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Ferien-Reisen

Tallinn – kleine Stadt der grossen Gegensätze

Nach einer Stunde gemütlichem Stadtbummel mit Reiseleiter Marius ist es Zeit für eine Pause, nicht irgendwo, sondern im Maiasmokk. An der Gabelung Pikk – Pühavaimu (Lange Strasse - Heiliggeiststrasse) erhebt sich das stolze Haus. Die Fassade ist in hellem Ocker getüncht, weisse Bögen überspannen die Fenster, den Abschluss bildet ein geschwungener Giebel. Schon beim Eintreten strömt uns ein verführerischer Duft von frischem Gebäck entgegen. Das älteste Café in Tallinn überzeugt nicht nur mit grossartigem Kaffee, sondern auch mit einem leckeren Kuchenbuffet, handgemachter Schokolade und einer unglaublich charmanten Atmosphäre. Das Café macht seinem Namen «Maiasmokk» – zu Deutsch Schleckmaul, alle Ehre. Marius fragt im Lokal nach dessen Geschichte, worauf die Verkäuferin flugs den längst pensionierten Mitarbeiter Otto Kubo hervorzaubert, der bereitwillig in bestem Deutsch vom Café erzählt. Meinen Hinweis, dass ich aus der Heimat des Gründers stamme, quittiert er freudig mit der Feststellung, dann müsse ich ja aus Graubünden sein. Martin Simon Caviezel war vom winzigen Zillis-Reischen ins preussische Anklam ausgewandert und übernahm dort eine Konditorei. Vier Söhne folgten ihm und zogen nach Riga weiter, um dort eine erfolgreiche Zuckerbäckergesellschaft zu starten. Hilarius Caviezel, genannt Lorenz, expandierte nach Tallinn/Reval, wo er 1806 seine eigene Konditorei gründete. 1864 wurde das Geschäft an den Deutschen Georg Stude verkauft, welcher das bis heute kaum veränderte Caféhaus Maiasmokk baute. Von Stude ging dieses im 20. Jh. an Kalev, das grösste Süsswarenunternehmen Estlands über. An die erfolgreichen Caviezels erinnert in der Stadt Chur bis heute das Riga Haus.

Mit Marius geht es nun hoch zum Domberg. Der Kurze Domberg ist eine der blank geputzten Gassen von Tallinn. Wer von unten hinaufsteigt, wird sehr bald ins Schwitzen kommen, doch die schönen, eng beieinanderstehenden Häuser und die malerischen Tore entschädigen für die Mühe. Marius kann unterwegs Einblicke eröffnen, die ich alleine nie gefunden hätte. Dass er hauptberuflich eigentlich Restaurator ist, macht den Rundgang noch spannender – überall gibt es Geschichten zu all den verborgenen Preziosen. Die Einwohner Tallinns rühmen sich gerne ihrer mittelalterlichen Superlativen, sind sehr stolz auf den Turm der Olaikirche, der im ausgehenden Mittelalter angeblich das höchste Gebäude der Welt war und auf die älteste Apotheke Europas. Mit viel Liebe haben die Stadtväter ihre Altstadt restauriert, die im 13. Jh. Von dänischen Eroberern gegründet wurde und später unter der Herrschaft des Deutschen Ordens, der Schweden und des Zarenreichs stand. Uns verzaubern aber nicht nur die geschichtsträchtigen Bauten aus dem Mittelalter, das historische Flair und die malerische Altstadt, die einem Bilderbuch gleichen. Es sind die spannenden Gegensätze und Kontraste: eine Stadt irgendwo zwischen Skandinavien und Russland, zwischen Mittelalter und digitaler Moderne – die mit nur wenig Fantasie auch an eine ferne, ferne Märchenwelt erinnert.

Wir landen auf dem Domberg (Toompea) direkt vor der prachtvollen Alexander-Newski-Kathedrale, einer russisch-orthodoxen Kirche mit fünf XXXL-Zwiebeltürmen, die nicht ganz so alt ist, wie es scheinen mag. Der goldene Prunk im Inneren überwältigt jeden Besucher, der dies nicht gewohnt ist. Direkt gegenüber steht das Herzstück des Dombergs, das Schloss Toompea mit seiner schmucken Barockfassade, hinter welcher die estnische Regierung ihren Sitz hat. Ein paar Schritte weiter erhebt sich die Domkirche, ein spätgotischer Bau, die im Gegensatz zur mittelalterlichen Burg die Jahrhunderte überstanden hat. Sehenswert sind die Grabmäler im Inneren, die mit Skulpturen und Wappen verziert sind.

Ein Tipp: An der Nordseite des Schlosses findet sich etwas versteckt die Piiskopi Aussichtsplattform, von der man einen gigantischen Blick über vier Ziegel-Wachtürme und den finnischen Meerbusen mit den zahlreichen Fähren hat. Von der 16 m hohen Stadtmauer und den einst 30 Wachtürmen ist glücklicherweise – weil die Zeit stehen blieb und das Geld fehlte – der Grossteil bis heute erhalten. An der Ostseite des Dombergs stossen Sie auf eine weitere Aussichtsplattform – Kohtuotsa – mit unvergesslichen Ausblicken auf die mittelalterliche Altstadt mit dem modernen Stadtteil im Hintergrund. Von hier aus können Sie die meisten Türme und sogar den höchsten, den Tallinner Fernsehturm, sehen.

Wer nun glaubt, in Estland in einem liebenswerten, leicht verstaubten, mittelalterlichen Staat gelandet zu sein, irrt gewaltig. Estland garantiert seinen Bürgern kostenlosen Zugang zum Internet – per Gesetz, die Regierung arbeitet seit 2002 papierlos – gewählt wird per e-voting. In der Technologie sind sie der Schweiz, wie fast ganz Westeuropa, weit voraus.

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